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IAPE - Publikationen:

Serie:  "Pleomorphismologie"  Teil 5
Zeitschrift für Erfahrungsheilkunde 10/98

Enderleins "Bakterien-Cyclogenie"
- ein überholtes Weltbild vergangener Tage? -

1925 -Veröffentlichung der "Bakterien-Cyclogenie"

Im Jahre 1925 veröffentlichte der de Gruyter Verlag ein 390 Seiten umfassendes Globalwerk des damaligen Kustos des Zoologischen Museums der Universität Berlin: Professor Dr. Günther Enderlein. In einem "Verzeichnis der Publikationen des Autors" dokumentiert der Verlag auf 14 Seiten im Buchanhang Enderleins wissenschaftliche Arbeiten, ein damaliges Repertoire von immerhin 258 Abhandlungen, in denen sich der Leipziger Lehrersohn und arbeitsame Fachmann ebenso mit den natürlichen Bedingungen der Entstehung der Landform des Axelot, wie mit blutsaugenden Insekten, afrikanischen Culiciden, mit dem System der Kriebelmücken, mit neuen Tereviden oder mit Sauters Formosa-Ausbeute, Strationyiiden-Unterfamilien, Tipuliden, Ptychopteriden aber auch in sich wiederholenden Studien mit dem Diphtherieproblem befaßte. Manche Enderlein-Anhänger bescheinigen dem breitorientierten Forscher mehr als 500 Arbeiten. Ein derartig umfassender Schriftenkatalog liegt allerdings dem Autor sowie der Internationalen Akademie für Pleomorphismologie und Endocytobiologie trotz umfassender Recherchen bis dato nicht vor.

Bakterien-Cyclogenie - Forschungsstand des beginnenden 20. Jahrhunderts

Das Buchwerk, eine Post-Weltkrieg-Produktion, greift auf Studien zurück, die in den ersten Jahren des 20. Jahrhunderts durchgeführt worden sind. Kriegswirren verzögerten deren Publikation. Die Bakterien-Cyclogenie Enderleins - meistenteils angefeindet, mißachtet, ignoriert oder verpönt, aus der Sicht heutiger gestandener Mikrobiologen, Genetiker, Evolutionsforscher und Biochemiker nicht mehr als historischer "Altschlamm einer vergangenen Wissenschaftsepoche", versperrt sich heutigen lesewilligen und verstehbereiten Neo-Pleomorphismologen allein durch einen Nomenklatur-Marathon, wie ihn kaum eine vergleichbare Literatur anbietet. Enderlein: "Ohne eine scharfe vergleichend-morphologische Nomenklatur ist es unmöglich, eine klare VorstelIung vom Wesen der Organismen zu erlangen." So hat sich dieser Ausnahmeforscher aus der Sicht vieler hinreichend informierter Kritiker allein durch seine Wortakribik "ins Abseits geschossen" und sich wohlwollenden Konsens und Interesse seiner Fachkollegen oder tangentialer Wissenschaftler zu Lebzeiten wie auch in der Folgezeit verscherzt. Seine "Akmon"-Schriften aus den 50er Jahren sind in vielen Passagen eine vom Groll besessene "Abrechnung" mit der "Doktrin", welche seiner Meinung nach nicht einmal andeutungsweise in der Lage war, seine grundlegende Botschaft zu verstehen, nachzuvollziehen oder zu überprüfen. Die Inhaltlichkeit der Bakterien-Cyclogenie ist auf den ersten Blick gewiß nicht mehr als der Wissenschaftsstand einer ausklingenden Pionierzeit der Mikrobiologie, allerdings in vielen Bereichen der Wissensstand und Hypothesenkatalog eines Außenseiters. Können solche mühevoll erarbeiteten Forschungsergebnisse und Spekulationen heute noch (wieder) von Bedeutung sein?

Cyclogenie - was ist das?

Der Begriff des Zyklus = Cyclus (gr. kyklos = Kreis) gehörte im Altertum, vermutlich aber schon so lange der Mensch sich mittels Symbolen zu verständigen sucht, zu den elementaren Zeichengebungen im Sinne einer Umgrenzung, einer Eingrenzung und eines Ablaufes mit einer Wiederkehr zum Punkte des Ausganges. Der Zyklusbegriff im erweiterten Sinn betrifft Vorgänge und Abläufe, bei denen sich Dinge oder Ereignisse in Wiederholung darstellen (Zyklen im Bereich künstlerischer Werke, Schriften, Vorträge etc.). Im Bereich der Naturereignisse sowie der Naturforschung wurden dem Menschen schon in allerfrühester Zeit seines Daseins "Kreisläufe der Natur" offenbar und in vielerlei Hinsicht sah er sich als Lebewesen in zyklisches Geschehen integriert, etwa in den Ablauf eines Tages, in den zyklischen Wechsel kosmologischer Abläufe, wie etwa denen des Mondes.

Zyklische Entwicklungs-Abläufe im Bereich der Mikrobiologie sind jedem Fachexperten geläufig. Hierbei kann es insbesondere in der Formenwelt der Pilze zu bestaunenswerten, phantastischen Verwandlungen von Form, Größe, Farbe und Funktion kommen - ein buntes Spiel der Natur. Weithin bekannt ist inzwischen z.B. der Dimorphismus der Candida-Hefen, welche als "harmlose" Sproßzellen, als hüllenverpackte Chlamydosporen oder als lange Hyphen und Myzelien auftreten können. De Hoog, einer der weltweit namhaftesten Mykologen, betont in seinem 1995 veröffentlichten "Atlas der Mykologie" auf Seite 1: "Many fungi pass through a characteristic life cycle, and thus can be found as seperate organisms of quite different morphology (pleomorphism)"... "an important type of pleomorphism is the change of sexual and asexual generations." Hier wird jedoch "Pleomorphismus" eindeutig anders verstanden und dargestellt, als dieses Enderlein sowie diverse Vorgänger, Zeitgenossen und Nachfolger haben wissen wollen.

Enderlein sieht in seiner Cyclogenie einen "Kreis der Entwicklung durch die Summe aller Generationen vom Mychit, Dimychit, Syndimychit usw. wieder zum Mychit. Das System der beiden Koordinaten Auxanogenie und Probaenogenie ergibt die Cyclogenie." Unwiederbringlich ertrinkt hier jeder Neueinsteiger in der besagten Nomenklaturmisere Enderleins, kurzum: Will man Enderlein verstehen lernen, ist insbesondere heute ein Sprachkurs, zumindest aber ein Kurs in Sachen Außenseiter-Definitionen unumgänglich.

Enderleins Cyclogenie, im Zeitalter der Molekularbiologie nicht mehr akzeptabel?

Wer das Standardwerk "Bakterien-Cyclogenie" - auf das sich manche "Enderleiner" z.T. kritiklos-verklärt beziehen und zum wissenschaftlich noch heute allumfassenden gültigen Grundsockel einer sogenannten "Isopathischen Therapie" machen - aufmerksam und vor allem wiederholt liest, gerät bald in den Dschungel einer möglicherweise nur vermeintlichen Unverstehbarkeit, welche jedoch bei jedem Wiedereinstieg unüberwindbar scheint. Ein solcher lernbereiter Leser muß irgendwann über mangelnde Trennschärfen zwischen Hypothese und experimentellem Beleg stolpern, wird erkennen müssen, daß sich der Autor in Widersprüche begibt, obwohl eine überwiegend pedantische, beispielhaft fleißige Wissenschaftsarbeit primär davon abzulenken scheint.

Was 1925 nur zaghaft angedeutet wird, rangiert in Folgeschriften als Faktum: Das Leben beginnt mit kleinen Proteinklümpchen in einer Größenordnung von 0,01 bis 0,02 Mikrometern, also Partikelchen, welche Enderlein nie mit seiner damaligen Mikroskoptechnik hat entdecken können. Aus heutiger Sicht zudem unakzeptabel ist Enderleins Zell"kern"- Begriff: "Ein Protit ist ein Kern, dem jedes Cytoplasma fehlt." Hier werden also substantielle Minimalmengen auf molekularer Ebene dem Kernbegriff zugeordnet. Neben der vielerseits gepriesenen Nomenklaturstrenge des Altsprachlers Enderlein lassen sich irritierende Unvereinbarkeiten des Umgangs mit Vokabular wie versteckte, ungeahnte Inseln entdecken. An anderer Stelle wird nämlich der auch in einer historischen Bakteriologie oder Cytologie bereits mit anderen Inhalten belegte "Kern"-Begriff von Enderlein für kugelförmige Gebilde (= "Urkerne") reserviert. Mit dem "Mych" (Urkern) startet das Leben - also nukleinsäurelose Gebilde rangieren hier als Startermaterial der mikrobiellen Welt. Und noch ein - aus der Sicht einer modernen Genetik kurios anmutendes - Weltbild fällt auf: Die Entwicklungskreisläufe zeigen eine Fülle, den unterschiedlichsten Mikroben der orthodoxen Mikrobiologie entsprechende Formenvielfalt. Dabei gelingt es nie, den Enderleinschen Speziesbegriff endgültig bindend zuordnen zu können: bisweilen zeigt eine bestimmte Spezies einen cyclogenischen Entwicklungskreislauf, bisweilen werden die während dieses Kreislaufes auftretenden Mikroben als Spezies bezeichnet. Einige der Enderleinschen Gefolgsleute kombinieren neuerdings nicht quellengetreu Entwicklungskreisläufe nach freizügigem Geschmack. Wieder andere wenden sich lediglich drei Cyclogenien zu: der Mucor-, Aspergillus- und Penicillium- Cyclode, welche bisweilen inniglich verwoben werden.
Kurzum: Enderlein und die Forschungsresultate einer modernen Genetik sind unvereinbar! Und nicht nur dieses.

Stadien des Entwicklungskreislaufes

Aus Primitivstadien, nämlich aus Eiweißen (Protite), deren Konglomeraten = "Verstaatlichungen" (Symprotite, Makrosymprotite) vollzieht sich nach Enderlein nach wie vor ein Teil der Evolution je nach Milieubedingungen vor unseren Augen (lese Text von Abb. 1 ). Eine Eiweißhülle entsteht, eine räumliche Abgrenzung zunächst ohne Kern, ohne DNA. Irgendwann erfolgt der Sprung zur Kernbildung - ebenfalls ein Eiweißgebilde. Allein mit diesen Erstschritten der Zell-Schöpfung konfrontiert sich Enderleins Lehre elementar mit modernen Forschungsergebnissen: Zellhüllen (äußere Zellmembranen) bestehen nach Enderlein nicht aus den kompliziert aufgebauten Polymervernetzungen bakterieller Membranen, in die manche Höherentwicklungen sogar Chitin einbauen, sondern aus Proteinen. Kommentierungen einer eventuellen zeitlich versetzten Umformierung - wenn diese überhaupt möglich ist - fehlen. DNA spielt bei der generatio neuen Lebens laut Enderlein zunächst keine Rolle. Irgendwann und irgendwie erreicht das Entwicklungsprocedere ein Mikrokokken-Stadium. Kerngebilde bestehen aber auch hier nach wie vor aus Proteinen. Von den Bakterien enthalten nur die kugelförmigen (z.B. Micrococcus) ein einziges "Mych" (= Urkern aus Eiweiß), alle übrigen ein bis zahlreiche. Auch hier gerät der Pionierforscher Enderlein aus heutiger Sicht in einen unvertretbaren Konflikt mit vorliegenden bakteriologisch-cytologischen Befunden, die Unvereinbarkeit z.B. mit durch rasterelektronenmikroskopischen Forschungen erarbeiteten Befunden der Post-Enderlein-Ära ist offensichtlich. Dies hat eine in weiten Bereichen andere und wesentlich differentere Morphologie zu Tage gefördert. Nach Enderlein sind gefürchtete Krankheitserreger unmittelbare genetische Geschwister in einer gemeinsamen Cyclogenie: säurefeste Tuberkulose-Stäbchen sind z.B. Vorläufer der Aspergillus-Myzelien. Mit anderen Worten: Aspergilluspilze entstehen in jedem Fall aus Tuberkulose-Stäbchen, aus der Sicht moderner Mikrobiologen ein Affront gegen heutige wertbeständige Basiserkenntnisse der orthodoxen Mikroben-Wissenschaft.

Mangelhafte Dokumentation versperrt Nachvollziehbarkeit

Wer Enderleins Bakterien-Cyclogenie sowie nachfolgende Schriften eingehender studiert, vermißt sehr bald lückenlose Beweisführungen für einen von ihm erstmalig detailliert geschilderten Entwicklungskreislauf der Bakterien. Erstaunlich ist, daß ein derartig akribischer Forscher, ein ohne Zweifel hochgradig gebildeter Experte, dem jeder biologisch denkende und arbeitende Wissenschaftler zahlreiche wertvolle Anregungen verdanken mag, zeitlebens minutiöse Detailstudien schriftlich niederlegte, auf der anderen Seite z.B. auf keinerlei Photodokumentationen zurückgriff, obwohl ihm dieses Zeitgenossen vormachten, die ebenfalls hochinteressanten, blutmorphologischen Lebensphänomenen nachspürten. Böse Zungen meinen, es wurde bisweilen gezeichnet, was zu sehen gewünscht wurde. Mikroskopische Experten staunen ungläubig über das von Enderlein angegebene Auflösungsvermögen seiner Gerätschaft, welche es ihm angeblich bereits im ersten Jahrzehnt unseres Jahrhunderts ermöglicht haben soll, Vergrößerungen im Maßstab 50.000:1 erreicht zu haben.

Enderleins Studien beleuchten ohne Zweifel eine bis dahin unbekannte mikrobielle Formenvielfalt u.a. im Vitalblut. Diese Forschungsergebnisse wurden offensichtlich nie entsprechend gewürdigt bzw. von Hämatologen gebührend aufgegriffen. Vielmehr rangierte sich die Fachwelt in ein oppositionelles Lager. Und als "sich später das pleomorphistische Beobachtungsmaterial häufte, so daß es auch von den Monomorphisten nicht mehr geleugnet werden konnte, half man sich mit Erklärung durch Annahme von Abnormitäten (Teratologie) und prägte für solche Erscheinungen den Begriff "Involutionsformen". Aber auch das genügte bald für die immer mehr anschwellende Fülle pleomorphistischer Tatsachen nicht mehr. Anstatt nun aber an die Möglichkeit einer Vereinigung der beiden Gegensätze zu denken, unternahmen Monomorphisten, die Erklärungen auf ein Gebiet abzulenken, das später seit de Vries (1901) als Mutation bezeichnet wird. Merkwürdigerweise ist die Beurteilung pleomorphistischer Erscheinungen auf morphologischem, biologischem und physiologischem Gebiet vom mutationstheoretischen Standpunkt aus die allgemein herrschende geworden und ist es noch heute. Der Gedanke, daß verschiedene Erscheinungsformen desselben Organismus etwa alternierend auftreten könnte, liegt dem Monomorphisten ebenso weit außerhalb des Kreises aller Möglichkeiten, daß er lieber die Annahme völliger Neuerscheinungen auf morphologischem oder physiologischem Gebiet in Betracht zieht" (Enderlein, Bakterien-Cyclogenie 1925).

Jeder erkennt, wie unhaltbar heute derartige Aussagen sind, wurde doch beispielsweise oben auf das Phänomen des Dimorphismus (Alternation: Sproßzelle-Hyphe) hingewiesen - ein Resultat jahrzehntelanger mykologischer Forschung, dessen Relevanz die tägliche Medizin-Praxis beleuchtet. Die von Enderlein wiederholt als "orthodoxe Doktrin" bezeichnete Lehrmeinungsmedizin hat zu keiner Zeit pleomorphismologische Formenvielfalt in der Mikrobiologie übersehen und negiert, nur: Eine Enderleinsche Cyklogenie konnte zu keinem Zeitpunkt bestätigt werden.

Kreisschluß formenvariabler Spezies also eine Utopie?

Enderleins Cyclogenie basiert auf einer Morphologie, Bakterien-Biochemie und Bakterien-Physiologie von vor nahezu hundert Jahren. Nur vergleichend morphologische Betrachtungen konnten - so Enderlein - weiterhelfen, das cyclogenische Kreisschlußrätsel der Natur zu entziffern. Eine derartige Überschätzung einer Übertrieben morphologischen Methodologie paßt nicht mehr in die heutige Wissenschaftswelt. Nachdem sich noch während Lebzeiten Enderleins ein neuer Zweig der Mikrobiologie etabliert hatte, nämlich die Virologie, kam der Pionierforscher in arge Bedrängnis, hatte er doch cyclogenische Stadien mit dem Begriff "Virostadium" belegt und später gelegentlich Protein-Kleinstpartikel seiner Cyclogenie entgegen einer Definition der voranschreitenden virologischen Subdisziplin ebenfalls als Viren bezeichnet. Nur: Enderleins "Viren" waren nie DNA-haltige Eindringlinge in Wirtszellgenome, sondern DNA-freie Vorstufen für Bakterien und deren Kulminanten: Pilze und Myzelien. Verfolgt man Enderleins Position gegenüber der Weiterentwicklung einer virologischen Wissenschaft, so belegt gerade dieses Teilgebiet, wie sehr sich ein alternder Wissenschaftler in den 50er und 60er Jahren Neuerkenntnissen widersetzte. So bleibt im Endeffekt eine in vielen Passagen zwar faszinierend wirkende Geschichte einer cyclogenischen Bakteriologie, die parasitische Mitbewohner der Säuger (Enderleins "Endobionten") zu einem gefährlichen Kreisschluß der Entwicklung befähigen soll, deren Beweisführung jedoch nie in aller Konsequenz und schon gar nicht in Form einer ständigen, flexiblen Anpassung an regelmäßig erbrachte Wissenschaftsdaten einer fortschreitenden Mikrobiologie, Biophysik, Biochemie, Genetik etc. erfolgte. So gilt auch hier eine alte Satzeinleitung: "Bis zum Beweis des Gegenteils" ist Enderleins Cyclogenie nicht mehr als eine interessante Utopie. Wesentlich bedeutender dürften die vielen Entdeckungen und detaillierten Beschreibungen sein, die u.a. darauf hindeuten, daß es nicht nur eine "Hautflora" und eine "Darmflora" gibt, sondern offensichtlich eine in ihren Entwicklungsformen vom Körpermilieu abhängige "Blutflora." Hierin liegt u.a. ein verdienstvoller Fingerzeig des Professors Dr. Günther Enderlein. Die ausgesprochene Milieuabhängigkeit der Mikroben bzw. aktueller Eigenschaften bestimmter Bakterien und Pilze - und somit auch die Frage der Pathogenität - wurde von Enderlein in Anlehnung an frühere Forscher vor ihm völlig korrekt erkannt und mit aller Vehemenz in den zentralen Blickpunkt der Enderleinschen Mikrobiologie gestellt (s. Anartatisches Grundgesetz).

Abenteuerliche Interpretationen und Umdeutungen

Enderleins Lehre erfreut sich derzeitig einer enormen Beliebtheit. Ein Pionier im erneuten Aufwind? Argwöhnische Betrachter der Szene suchen jedoch nach Gründen, weshalb ein Cyclogeniemodell zu weltanschaulichen Umdenkereien führt. Dabei mag der Frust einer antibiotisch-antimykotischen Keimvernichtungsstrategie mit ihren vielen Begleitproblemen als Background zitiert werden. Geradezu faszinierend greift die Bernardsche Milieu-Idee. Vertreter der Komplementärmedizin, die in ihrem ganzheitlich-therapeutischen Ansatz den Säure-Basen-Haushalt eingehend berücksichtigen, erfahren auf diese Weise auch aus Sicht der Pleomorphismologie Bestätigungen. Vor einer Überbeanspruchung einer solchen Therapierichtung sei jedoch gewarnt. Die Wissenschaft war nie frei von Phantasten, Rechthabern, Spekulanten und industriegesponserten, merkantil gesteuerten Meinungsäußerungen. Medizinlyrische Lehren blühten eh und je. Andererseits galten viele geniale Entdecker und Wegbereiter neuer Diagnostik und Therapie zunächst als Phantasten.

Pleomorphismologische Altliteratur ist jedoch hervorragend geeignet, Wunschdenken zu initiieren und den Boden seriöser, moderner Datenlagen zu verlassen. Wer sich eingehender mit der Pleomorphismologie befaßt, erkennt schnell: der Katalog der offenen Fragen wächst molochartig. Auf der Ebene dieser Realität sind glatt klingende pleomorphismologische Mikrobiologie-Modelle, unwissenschaftliche Verknüpfungen und therapeutische Patentlösungen nicht mehr als Schönmalerei, Wunschdenken, Recht- haberei und/oder Ausdruck irgendeines Marktinteresses.

Will man Enderlein gerecht werden, will man bedeutende Erkenntnisse und Wissenschaftsimpulse dieses unermüdlichen Mannes entsprechend würdigen, bedarf es einer seriösen Post-hum-Forschung. Es mutet geradezu grotesk an, wenn ein jüngst vergebener Nobelpreis (Prusiner: Prionen-Pathologie) als "Bestätigung der Enderleinschen Lehre und Hypothesen" in Szene gesetzt wird. Derartige Meinungsäußerungen können schnell als Zweckopportunismus oder anderenfalls z.B. als naive Pseudo-Wissenschaftsgläubigkeit interpretiert werden. Nie hat Enderlein im Sinne dieser Neuentdeckungen über ein pathogenes Prinzip durch strukturelle Konfigurationsänderung bestimmter Proteine referiert (Enderleins "Protite" -ja sogar deren Aggregate bis hin zu wenig valenten "Chondriten" - sind im Gegenteil symbiontisch - wünschenswerte, harmlose Verkörperungen seines endobiontischen Prinzips). Zu keinem Zeitpunkt hat Prusiner auch nur andeutungsweise cyclogenische Erkenntnisse im Sinne Enderleins oder anderer Pleomorphismologen beschrieben.

Die beeindruckende Phänomenologie des lebenden Blutes, wie sie sich vor allem im Dunkelfeld darbietet, sollte zum Gegenstand einer interdisziplinären Forschung werden. Zweifellos sind hier noch reichlich "weiße Flecken auf den Landkarten" der Hämatologie, Biochemie und anderer Wissenschaftsbereiche zu finden. Die Vitalblut-Dunkelfeld-Diagnostik könnte als Schnellmethode im Sinne einer Hinweisdiagnostik (Milieu interne, ...) und Verlaufskontrolle (Auswirkungen therapeutischer Maßnahmen) ein wichtiges Instrument in der Hand praktizierender Ärztinnen,Ärzte und fachkundiger Heilpraktiker sein. Dazu muß jedoch zunächst einmal eine enstprechende wissenschaftliche Basis erarbeitet werden, die eine Wissenschaftsweiterentwicklung seit 1925 nicht einfach überspringt.

Die Internationale Akademie für Pleomorphismologie und Endocytobiologie (1996-1999; Nachfolger: Institut für angewandte Pleomorphismologie und Endocytobiologie - IAPE) ist die derzeitig einzige offizielle, unabhängige Ausbildungs- und Weiterbildungsstätte in Sachen Pleomorphismologie und damit in Sachen Enderlein. Ihr Ziel: Qualitätssicherung durch eine unabhängige Lehre.

 

Abbildungen werden später an dieser Stelle veröffentlicht; nachfolgend schon mal die Texte dazu:
Text zu Abb.1: Aufwärtsentwicklung auf dem Wege der ungeschlechtlichen Fortpflanzung, wie sie Enderlein in der "Bakterien-Cyclogenie" 1925 beschrieben hat. I. Ebene der Primitivformen der Endobionten. II. Ebene der "Urzellformen": Mychite mit Kern (Mych). III. Ebene der kern- und Zellteilung (Mychomitose): Biidung von Tochterzellen (a) und/oder Diplomychiten (b) und/oder Stäbchenformen (IV.) V. "Doppeldimychite" = Didimychide mit unterschiedlichster Morphologie je nach Nährstoff-(Trophosomen-)Verteilung. VI. Hochentwicklung zu verschiedenen Kulminanten: Langstäbchen, Schlauchbildung, Gyphen- und Mycelentwicklungen.
Text zu Abb.2: Cyclogenischer Entwicklungsgang der "Siphonospora polymorpha v.Br.", wie ihn von Brehmer erforscht hat. Es ist zwischen physiologisch vorkommenden und pathologischen Formenvarianten zu unterscheiden.

 

Glossar
Cyklogenie:
aus Cyklostadien bestehender, kreisförmiger Entwicklungsgang bestimmter Mikroorganismen (z.B. "Endobionten" Enderleins). Dabei kann je nach Milieubedingungen eine Pilzkulminante erreicht werden. Die Rückentwicklung findet als Zerfall (Arthrogenie) statt, wobei wieder niedrige Entwicklungsformen auftreten (Kreisschluß).

Cyclode:
einmalig durchlaufener Entwicklungsgang des Enderleinschen "Ursymbionten"

Kulminante:
höchster Entwicklungspunkt eincr Cyclode

Mychit:
Im Rahmen der Aufwärtsentwicklung endocytobiontischer Symbionten entstehende "Urzellform", quasi ein Einzeller, der kokkoiden Wuchsformen der Lehrmeinungsmedizin entspricht

Pleomorphismus:
Naturphänomen. Formenvielfalt in der Mikrobiologie

Pleomorphismologie:
Begriffseinführung J. Dumrese ( 1996). Lehre, welche sich mit den Phänomenen des Pleomorphismus befaßt und daraus therapeutische Verfahren ableitet

Literatur:
Dumrese, J., Haefeli, B.: "PIeomorphismus". Handbuch. Haug Verlag, Heidelberg (1996).
Enderlein, G.: "Bakterien-Cyclogenie" Neuaufl. Semmelweis Verlag, Hoya (1980).
Enderlein, G.: Akmon-Hefte. IBICA-Verlag 1957. Heft 1, 2 und 3. Nunmehr erhältlich bei: Semmelweis Verlag, Hoya.

Verfasser des Artikels:
Autorenteam der Internationalen Akademie für Pleomorphismologie und Endocytobiologie, Schloß Weißenstein (1996 - 1999).

Korrespondenzadresse:
Dr. Jost Dumrese
, Klaus Janus, Institut für angewandte Pleomorphismologie und Endocytobiologie - IAPE, Kreuzstr. 79, 73730 Esslingen Tel: 0711- 318992, Fax: 3180667, e-mail: sekretariat@iape.de, Internet-Homepage: www.iape.de



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